Sonntag, 29. Januar 2017

[Behind the books] Teil 1 - Die Bilder

Vor einiger Zeit habe ich den Vorhang kurz gelüftet und einen kleinen Blogpost über mein Herzensprojekt "Bookstagram" und meinen dortigen Account "all_about_the_books" geschrieben. 
Dieser Beitrag kam so unglaublich gut an, dass ich damals versprochen habe, eventuell noch einen zweiten Teil dazu zu schreiben. Da sich nun in den letzten Wochen die Fragen zu Bildern, Technik und Co angesammelt haben, wird es Zeit für eine Fortsetzung. 
Wie wäre es mit einer kleinen Serie? Behind the scenes von All About the books.

Herzlich Willkommen "Behind the books"!



In insgesamt 5 Beiträgen werde ich euch über meine Art und meine Erfahrungen auf Bookstagram berichten, dabei soll es jedes Mal um ein anderes Thema gehen. Technik, Kooperationen, Themenfindung, Follower und Bildgestaltung sollen einige der Themen sein, mit denen ich mich in den nächsten Wochen zusammen mit euch beschäftigen möchte.

Ich selbst sehe und lese diese backstage-Beiträge immer unglaublich gerne und hoffe, dass auch für den einen oder anderne von euch ein kleiner Tipp oder eine hilfreiche Inspiration dabei ist.
Schönheit liegt natürlich immer im Auge des Betrachters und mir ist ganz wichtig vorab festzustellen, dass es in dieser kleinen Serie ganz allein um meine Art geht und um die Erfahrungen, die ich ganz persönlich sammeln konnte. Mit keinem Wort möchte ich meinen Weg als "Richtig" und andere Wege als "Falsch" bezeichnen. Jeder interpretiert "Bookstagram" auf seine Art und Weise.
Diese ist eben meine!

Die Frage, die mir unter meinen Bildern mit Sicherheit am häufigsten gestellt wird, dreht sich um meine Bilder.
"Wie machst du sie?" 
"Wie schaffst du es, dass sie so schön sind?"
(....)





Vorneweg: Ich(!) finde meine Bilder meistens gar nicht sooo schön. Hier stört mich was, da gefällt mir das Licht nicht. Ich bin unglaublich anspruchsvoll, wenn es um "das perfekte Bild" geht. Meistens zeige ich meine Bilder dann meinem Freund, der aus einem ganz anderen Blickwinkel auf sie schaut und viel objektiver urteilt, als ich.

Dies wäre auch schon mein erster Tipp: Holt euch Hilfe!
Nicht nur, wenn es darum geht, die fertigen Bilder zu beurteilen, sondern auch bei der Erstellung der Bilder selbst. natürlich gibt es Selbstauslöser, Fernbedienungen und Co, aber eine zweite Person kann euch weitaus besser zur Seite stehen, kleine Korrekturen direkt vornehmen und schaut wie gesagt aus einem ganz anderen Winkel auf euer Bild.
Scheut euch nicht,  Geschwister, Freund oder Freundin oder Eltern zu fragen. Warum denn auch? Bookstagram ist nichts, wofür ihr euch schämen müsst. 



Ich bin von Anfang an allerdings auch relativ offensiv mit dem Thema umgegangen, was vor allem daran lag, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits 5 Jahre gebloggt habe und diesen Umstand eigentlich jeder in meinem Umfeld kannte.
Natürlich gibt es immer Leute, die erst einmal komisch schauen, wenn man erzählt, dass man in seiner Freizeit nicht nur Bücher liest, sondern sie eben auch besonders fotografiert und im Internet darüber schreibt, aber wenn ich ein wenig darüber berichtet habe, war das Feedback fast ausnahmslos positiv. 
Heute ist es so, dass so ziemlich jedes zweite Bild, auf dem ich mehr oder weniger selbst zu sehen bin, von meinem Freund gemacht wird. Und abgesehen davon, dass es meisten viel schneller geht, als mit Fernbedienung und Co, macht es auch einfach viel mehr Spaß. Besonders, wenn mal etwas schief geht....



Tipp Nummer 2 ist wahrscheinlich der wichtigste von allen: Das Licht!
Egal ob eure Bilder überladen von Deko sind oder ganz straight und sparsam die Bücher in Szene setzen, wenn das Licht Mist ist, wird auch das Bild nichts.
Dafür habe ich euch extra mal eines meiner ersten Bilder rausgesucht. Kunstlicht im Winter plus Kerzen, für meinen heutigen(!) Geschmack ein absoluter Fehlschuss...
Wie man an dieser Stelle technisch nachhelfen kann, möchte ich euch erst im nächsten Teil dieser Reihe erzählen, wenn wir uns ein wenig mehr mit Ausrüstung und Technik beschäftigen. Gerade am Anfang von Bookstagram macht es aber kaum Sinn, große Investitionen zu tätigen. Sucht euch lieber einen guten Platz in eurer Wohnung, der euch als Fotoplatz dienen soll.
Optimal ist dabei natürlich Tageslicht, aber dass das nicht immer so leicht zu finden ist, musste ich nach meinem kürzlichen Umzug auch feststellen.
Dennoch solltet ihr versuchen in der Nähe von Fenstern zu fotografieren, da Tageslicht einfach weicher und natürlicher ist, als jede Lampe. 



Bevor ihr ein Bild fotografiert, solltet ihr euch natürlich erst einmal darüber im Klaren sein, was ihr eigentlich in Szene setzen wollt und wie euer Bild gestaltet sein soll.
An dieser Stelle kommt sehr viel von dem ins Spiel, was ich euch in meinem kleinen Blick hinter die Kulissen (*klick hier*) damals schon gesagt habe. Wichtig ist, dass ihr euren eigenen Stil findet. Ob der nun überladene, oppulente Bilder oder klare, fokussierte Szenen beinhaltet, ist ganz allein eure Entscheidung. Ihr steht am Ende hinter dem Bild und präsentiert es! Es macht wenig Sinn, andere (große) Bookstagrammer zu kopieren, Ideen und Settings zu "klauen" bzw. nachzubauen. Abgesehen davon, dass euch das nicht sehr viele Sympathien in der Bookstagram-Welt bringen wird, werdet ihr den "fremdem" Stil kaum auf Dauer durchhalten können. Findet lieber euren eigenen Stil.
Was euch dabei helfen kann, ist vielleicht mein Tipp Nummer 4: Die Dekoration

Denn als Deko kann euch so ziemlich alles dienen. Auch hierzu haben ich damals schon relativ viel erzählt. Kerzen und Blumen sind natürlich absolute Geheimwaffen. Nicht nur, dass Letztere eurem Bild oft die entsprechenden Touch der Jahreszeit gibt, sie runden das Bild (für meinen Geschmack) auch einfach ab. In Sachen Blumen war ich bis vor Kurzem tatsächlich ein absoluter Gegner der künstlichen Varianten. Da ich aber zumindestens momentan ziemlich häufig aus Zeitgründen dazu gezwungen werde, recht spontan meine Bilder zu machen, fehlten mir zuletzt oft frische Blumen. Besonders, wenn man sich plötzlich an einem Sonntag überlegt noch ein wenig zu fotografieren wird es schwierig. Wenn man allerdings ein bisschen sucht und vielleicht auch ein paar Euro in die Hand nimmt, lassen sich schöne künstliche Blumen finden, die sich wunderbar als Hintergrund für Bilder eignen. 
Im Sommer werde ich dann hoffentlich wieder auf natürliche Blumen zurückgreifen können, aber jetzt in der kalten Jahreszeit und mit meinem doch sehr begrenzten Zeitbudget, sind Kunstblumen echte Helfer für mich geworden.


Neben Blumen und Kerzen habe ich seit neustem auch Stoffe für mich entdeckt. Auch sie können schöne Farbtupfer im Hintergrund eurer Bilder sein und diesen ausfüllen. Hierbei eignet sich mal wieder alles, was euch zwischen die Finger kommt. Ob es nun Stoffreste sind, die ihr günstig in Möbelhäusern oder Stoffgeschäften kaufen könnt oder Geschirrtücher aus dem Küchenschrank. Alles, was halbwegs groß genug ist, kann euch weiterhelfen. Geht einfach mal mit offenen Augen durch eure Wohnung bzw. die Läden eures Vertrauens.


Abgesehen von den Geheimwaffen, die euch im Zweifel immer retten und jedes Bild nach etwas aussehen lassen, gibt es für mich diese "Highlights", die noch einmal ein ganz eigener Eyecatcher sind.
Mein Stil ist natürlich oft von klassischen und alten Dingen geprägt, denn Vintage ist oft Trumpf auf meinen Bildern. Doch Highlights müssen nicht unbedingt aus Omas Mottenkiste sein, auch ganz zeitgenössische, "moderne" Dinge, können eurem Bild das gewisse Etwas geben.
Wichtig ist meiner Meinung nach nur, dass diese Dekostücke thematisch zum Bild passen und das Bild als solches rund ist. Neu und Alt zu kombieren, stelle ich mir dabei sehr schwierig vor oder könnt ihr euch die pinken Kopfhörer zusammen mit der alten Teetasse vorstellen? Also ich nicht....


Das Zauberwort für Tipp Nummer 4 lautet also "Augen auf!" 
Schaut mal bei Oma vorbei, vielleicht hat sie ja noch ein paar Schmuckstücke für euch? Ich kann mich leider nicht mehr wirklich bei Oma bedanken, dennoch sende ich ihr gedanklich ein riesiges Dankeschön, denn ihre Erbstücke und Erinnerungen des letzten Jahrhunderts sind die absolut festen Bausteine meiner Bilder. Vielleicht eine kleine Hommage an Oma, wenn ihr so wollt....
Aber auch Flohmärkte können eine wahre Fundgrube für Foto-Requisiten sein und ihr könnte sogar noch Geld sparen. Das Telefon, das seit einigen Wochen meine Bilder ziert, stammt zum Beispiel ursprünglich aus England und wurde von meiner lieben Mama auf einem Flohmarkt im Ausland entdeckt. (Womit wir wieder beim Thema "Hilfe holen" wären....) 


Ab in die Praxis:
Theoretisch passt jetzt alles auf eurem Bild, aber eben nur theoretisch. Damit ihr euch ein klein wenig vorstellen könnt, was ich eigentlich versuche zu sagen, habe ich zum Abschluss dieses ersten Teils noch ein Bild von mir in seine Einzelteile zerpflückt. Vielleicht wird das eine oder andere so ja anschaulicher.




1. Ohne das Buch, das wir in Szene setzen wollen, geht natürlich gar nichts. Ob ihr es nun zentral, leicht schräg oder am Bildrand platziert, ist Frage eures Stils. Ich persönlich mag es gerne im Zentrum, denn immerhin geht es ja um genau das Buch.

2. Um dem ganzen Bild einen Rahmen zu geben, kann es sinnvoll sein, andere thematisch oder fabrlich passende Bücher ebenfalls auf dem Bild zu platzieren. Sie sollten natürlich nur eine Nebenrolle spielen und deshalb an einem der Ränder positioniert werden.

3. Meine Geheimwaffe, die Kerzen! Viel muss ich dazu natürlich nicht mehr sagen, denke ich. Sie sollten farblich passen, auch wenn ich nicht zwingend immer exakt den Farbton des Buches verwende. Zumindest die Farbfamilie muss für mich stimmen, Komplementärfarben bzw. Farben, die sich mit dem Buchcover beißen, gefallen mir rein gar nicht.

4. Kekse, Kuchen, Kaffee, Tee und Co geben dem Bild eine gemütliche Atmosphäre. Lesen ist schließlich etwas, mit dem viele von uns entspannen. Ein gutes Buch, ein leckerer Tee und vielleicht eine kuschelige Decke sind doch für viele von uns der Inbegriff eines perfekten Moments. 

5. Alte Highlights passen natürlich nicht immer, aber da es sich bei dem hier präsentierten Buch um eine Familiensage handelt, passte dieses alte Bild aus den 30ern des letzend Jahrhunderts natürlich perfekt an den unteren Bildrand. Zu einem Fantasyroman, der in der Zukunft spielt, würde es hingegen rein gar nicht passen. Ich denke, ihr versteht was ich meine....

6. Meine zweite Geheimwaffe! Blumen runden das Bild im Zweifel einfach ab. Sie machen das gesamte Setting stimmig, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gerade, wenn Lücken entstehen und ihr unsicher seid, wie ihr sie füllen sollt, damit das Bild nicht kahl wirkt, sind Blumen die Rettung.




So oder so ähnlich ist im Grunde fast jedes meiner Settings aufgebaut. Allerdings verfolge ich auch nicht strikt Punkt für Punkt eine feste Anleitung, vielmehr folge ich meinem Gefühl. Wenn das Buch platziert ist, entsteht der Rahmen meist ganz von allein.
Der wichtigste Tipp, den ich euch eigentlich nur geben kann, ist ausprobieren! Seid mit Spaß und Leidenschaft bei der Sache, probiert Dinge aus, scheut euch nicht vor "Fehlschüssen" und lasst euch Zeit, euren Stil zu entwickeln.

Auf keinen Fall solltet ihr verzweifeln, wenn eure Bilder nicht beim ersten Versuch schon perfekt sind. Bis ich wenigstens sooo zufrieden bin, dass ich die Bilder jemanden zeigen möchte, schieße ich oft 7-10 Bilder von ein und demselben Buch und es vergehen gut und gerne 45-60 Minuten pro Bild.
Lasst euch auf keinen Fall unter Druck setzen und setzt auch euch selbst nicht unter Druck.
Bookstagram soll ein Hobby sein, das euch Spaß macht und mit dem ihr andere Leute erfeut.

Ich hoffe, der erste Teil meiner kleinen Serie hat euch gefallen und ihr habt gerne mit mir "behind the books" geschaut
Wenn ja, dann lasst es mich gerne wissen. 
Habt ihr denn auch ein paar ganz besondere Geheimtipps, wie ihr eure Bilder zu dem macht, was euch ausmacht?

Im nächsten Teil möchte ich mit euch ein wenig über Technik sprechen. Was braucht man? Was nicht? Was sind meine persönliches Helferlein?

Bis dahin 

                       
     

       

Kommentare:

  1. Wow, ein wundervoller Post.
    Ich liebe diese Background-Posts, weil man einfach mal neue Inspirationen bekommt, wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht und Betriebsblind wird. Es ist auch schön zu sehen, wie verschieden die einzelnen Blogger im Hintergrund arbeiten und aufzeigt, wie viel Arbeit in einem einzelnen Post drin steckt. Viele denken leider, dass sei alles mal so auf die Schnelle gemacht, doch dann ist es hingeklatscht und jeder würde sehen, dass es nicht mit viel Liebe gemacht ist.

    Ich freue mich schon auf die weiteren Posts der Reihe.

    Vielen Dank für die Arbeit und lieben Gruß,
    Moni

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    Antworten
    1. Hallo Moni,
      das freut mich! Auch in diesem Post und in dieser Serie steckt eine Menge Arbeit. Du hast vollkommen Recht mit dem was du sagst und ich finde es schade, dass wir Blogger oftmals unter diesem Stempel "leiden" müssen. Bloggen funktioniert einfach nicht auf die Schnelle. Aber umso mehr stechen ja auch die Beiträge und Blogs heraus, die mit Liebe und Leidenschaft bei der Sache sind.

      Liebe Grüße

      EsKa

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  2. Guten Tag,

    danke für diesen echt tollen Einblick.
    Ich bin gerade selbst dabei meine Bilder, für Rezensionen zu machen. Nicht immer so einfach und daher habe ich mir auch immer die Frage gestellt: Wie machen die das alle immer, dass es so schöne Bilder sind?
    Ich muss jedoch sagen, dass ich mir noch keine teure Kamera angeschafft habe, man will ja erst mal wissen wie es so ist, obwohl ich schon seeeeeehhhhhhrrrrrr lange wieder eine haben will (habe früher viele Landschaftsaufnahmen gemacht)
    Aber momentan muss das Handy einfach noch reichen.

    Aber wie du schon geschrieben hast, es braucht seine Zeit, man testet viel und muss seinen eigenen Stil finden.

    Deine Tipps finde ich jedoch sehr gut, einiges ist einfach so plausibel, dass man nicht daran denkt.

    Mit lieben Grüß
    Sabrina von www.buechertraum.com

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