Freitag, 4. November 2011

Huch.... kaputt!




Selbstgemachte Gedanken, oder Gedanken über das Selbstgemachte:

Kennt ihr das?
Einer dieser Festtage, die sich Geburtstag, Weihnachten, Ostern, Valentinstag, Nikolaus oder "what ever" nennen, steht an und die Frage nach dem Geschenk wird drückender und drückender.
Nun gibt es in meinem Denken zwei Arten von "Schenkern".
Die Konsumabhängigen und die Selbstmacher.
Mich zähle ich selbstverständlich zu letzterer Kategorie, denn irgendeinen Teil meiner Geschenke, egal zu welchem Fest und egal an welche Person mache ich immer selbst. Gekauftes kommt selten und wenn nur auf ausdrücklichsten Wunsch auf den Gabentisch.

Nun gibt es die Beschenkten, die das zur Kenntnis nehmen und besonders wertschätzen, das Geschenk in Ehren halten und sogar stolz vorzeigen.
Liebe Wertschätzer, ich mag euch wirklich. Ihr seid der Grund, warum ich gerne selbstgemachte Sachen verschenke.
Dann gibt es diejenigen, die selbst die hübscheste und aufwändigste Geschenkverpackung aufreißen, ohne sie zur Kenntnis zu nehmen oder die selbstgemachte Sache als Solche zu registrieren.
Das an sich ist ja grundsätzlich wieder ein Kompliment, die Sache scheint so perfekt zu sein, dass sie gekauft worden sein könnte.
Soweit kein Vorwurf, liebe Aufreißer. Ich mag euch grundsätzlich auch, denn ihr meint es ja nicht böse. Ihr habt einfach keinen Sinn für sowas.

Die allerschlimmsten sind aber die "Kaputtmacher".
Ich rede nicht von denjenigen, denen zufällig ein Missgeschick passiert. Mir geht es um die, die systematisch alle selbstgemachten Geschenke verschwinden lassen, beschädigen, sich innerhalb kürzester Zeit das Gleiche Geschenk noch einmal kaufen oder es gleich ganz zerstören, um sich dann reuevoll (maaaaal wieder) dafür zu entschuldigen und (maaaaal wieder) zu beteuern, wie sehr man die Arbeit doch zu schätzen wusste.
Natürlich....

Liebe Kaputtmacher, ich hasse euch!

Und ich ärgere mich, über mich selbst. Denn meist enttarnt sich der Kaputtmacher nicht beim ersten Geschenk. Es ist die Summe, die ihn verachtenswert macht. 
In solchen Situationen frage ich mich wirklich immer wieder aufs Neue, warum ich den ganzen Quatsch mache. Anstatt wochenlang jeden Abend einen Schal zu stricken, kann ich ihn doch einfach kaufen.
Anstatt mich auf neue Gebiete zu wagen, um den Liebsten eine selbstgemachte Freude zu machen, kann ich doch einfach zu IKEA fahren und ein Bild, eine Buchstütze oder ein Zierkissen kaufen.

Diejenigen, die ernsthaft fragen, warum man etwas selbermacht, haben vielleicht nicht Unrecht. Schmuck könnte man schließlich billig bei H&M kaufen. Klar kann man das... aber das können Millionen andere auch und bevor ich mich in die Reihe der Lemminge stelle, stelle ich mich lieber 1-2 Stunden in mein Arbeitszimmer und kreiere etwas eigenes.

An dieser Stelle treten dann die "Neidischen", auf die Bühne der Geschenke. Die Neidischen, die von sich selbst und vor allen ihren kreativen Fähigkeiten arg überzeugt sind, meist aber schon an der Verpackung eines kleinen Töpfchens scheitern und zu ausgefallenen oder besonders arbeitsintensiven Geschenken und Verpackungen nur fade Kommentare wie "War ja klar, dass sowas wieder von dir kommt!" übrig haben.
Liebe Neidische, Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt. Und dies selten in kreativen Verpackungen..... vielen Dank!

Wahrscheinlich besteht kreatives Arbeiten und Schenken in erster Linie aus "Ausprobieren" und "Lernen".
Nicht nur bezüglich Techniken und Arbeitsabläufen, sondern in erster Linie darauf gerichtet, wer selbstgemachte Geschenke nicht nur verdient, sondern auch zu würdigen weiß und in Ehren hält und bei wem man am Besten ein Geschenk kauft, dass unter Umständen auch zusammen mit der Verpackung in der Tonne landen kann (rein zufällig natürlich).



Doch wenn der Selbstmacher ganz tief in sein kleines kreatives Herz hineinhört, dann wird schnell klar, dass es um das "Machen" an sich geht und nicht um die Meise des jeweils Beschenkten. "Made with love" ist einfach ein schönes Gefühl, das man....Achtung.... nicht kaufen kann.

Und für die Wertschätzung gibt es immer noch Omi.
Die freut sich nämlich immer über Selbstgemachtes und macht nie etwas kaputt!

Kennt ihr diese Spezies auch?
Ärgert ich euch darüber, nehmt ihr es einfach hin oder zieht ihr Konsequenzen daraus und verschenkt einfach nichts Selbstgemachtes mehr an diejenigen?

Und vor allem: Zu welcher Kategorie gehört ihr?
Selbstmacher? Konsumabhängige oder gar Kaputtmacher?

Outet euch!!!

Eure nach diesem Text weniger frustrierte 






P.S. Ähnlichkeiten zu Äußerungen und Verhaltensweisen von in meinem Umfeld lebenden Personen sind rein zufälliger Natur und keineswegs beabsichtig :P

Kommentare:

  1. Ich gehöre zur Spezies der "Bewunderer". Ich bin immer absolut begeistert, wenn jemand in der Lage ist, so kreative Sachen zu zaubern. Denn leider bin ich mit 2 linken Händen und 0 Basteltalent gesegnet. Aber neidisch bin ich nicht. Ich freu mich über Seltbstgemachtes. Vielleicht bin ich also auch ein Wertschätzer *grübel*

    AntwortenLöschen
  2. Interessant. Solche Charaktere kenn ich. Allerdings nicht die Kaputtmacher! Da hätte ich gerne noch mehr Infos, bzw. Fallbeispiele. ;o) Ich mache dieses Jahr einige Geschenkkörbchen mit selbstgemachter Marmelade, Chutney, Weingelee, Schokolade, Pralinen etc. Bin gespannt, wie das an kommt. :o)

    AntwortenLöschen
  3. Ich bin zu 80% Selbstmacher und zu 20% Konsumabhängige.
    Leider kann ich nicht alles selbst herstellen, und wenn ich nur bastel, habe ich immer Angst, dass die Geschenke dann so "billig" wirken...

    Deine hier beschriebenen "Kaputtmacher" kenne ich auch, allerdings nicht nur bei Selbstgemachtem, sonder auch bei Gekauftem. Eigentlich ist es in dem Fall dann besser, gar nichts zu verschenken... schade.

    Liebe Grüße
    Saphira

    AntwortenLöschen
  4. Sehr schöner Post!
    Also ich gehöre definitiv zu den Selbstmachern. Ich war schon immer gerne kreativ und verschenke auch gerne selbst gemachte Dinge, sei es Schmuck, Karten, Bilder, etc. Natürlich aber auch nicht ausschließlich. Bisher hat sich zumindest jeder Beschenkte darüber gefreut.
    Viele sehen einfach nicht, dass in einem so persönlichen Geschenk vieeel mehr Arbeit und Zeit steckt, als mal schnell irgendetwas zu kaufen.

    LG, Lilli :)

    AntwortenLöschen
  5. Kommt mir alles sehr bekannt vor... *seufz* Du weißt ja, ich steh auf Selbstgemachtes und oute mich als Wertschätzer und Bewunderer, denn wenn sie jemand für mich speziell die Mühe macht, etwas zu basteln, heißt es doch eigentlich, dass ich der Person am Herzen liege, oder nicht? Denn was im Laden kaufen kann ja jeder (obwohl es da auch Abweichungen gibt zwischen "Kauft irgendwas, Hauptsache man kann was schenken" und "Kauft etwas speziell auf mich zugeschnittetes").

    Jedenfalls gibt es in meinem Umfeld fast ausschließlich Menschen, die nicht auf Selbstgemachtes stehen (mal von Schatzi, Omi und Bruder abgesehen), von daher mach ich mir die Mühe gar nicht mehr, was zu basteln - man sieht es eh nie wieder und allein die Reaktion beim Auspacken (ein enttäuscht-erschrecktes "Ooooh" gefolgt von einem gefälschten Lächeln und vorgetäuschter Freude) ist Demotivation genug. Selbstgemachte Karten landen ohne weitere Beachtung im Müll und es kommt nie etwas gleichartiges zurück außer gekauftem Scheiß, der nicht mal zu mir passt. Dann spar ich mir meine Ideen für andere Sachen auf und kaufe halt für solche Personen nur noch. Bisher war bei den Leuten mein Motto immer "Dann kauf ich halt was, was speziell zu der Person passt", z.B. wenn die Person auf eine bestimmte Farbe total abfährt und die halbe Wohnung aus der Farbe besteht, gibt es ebenfalls ein Geschenk in dieser Farbe mit passendem Geschenkpapier.

    Naja, du siehst jedenfalls, du bist nicht allein. Wir kennen alle diese Typen. ;)

    AntwortenLöschen

Ich freu mich auf deinen Kommentar

Kommentare ohne jeglichen Bezug zum Post und bloßer Angabe des eigenen Blog-Links werden kommentarlos von mir gelöscht!

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...